Friday, February 20. 2009
Im März 1934 kam Marinetti zur Eröffnung der Ausstellung
"Futuristischer Luft- und Flugmalerei" nach Berlin. Beim Empfang hielt
Benn die Tischrede auf den "Führer der Futuristen". Der "große Filippo
Tommaso Marinetti" biete das bewundernswerte Beispiel dafür, "wie ein
moderner Künstler in den politischen Gesetzen seines Landes unsterblich
wurde". Davon träumten auch deutsche Dichter. Doch Gottfried Benn ahnte
längst, dass es im Nationalsozialismus, anders als es im italienischen
Faschismus zeitweise der Fall war, weder eine lässige Duldung noch eine
aus Gründen politischer Taktik gewollte Komplizenschaft mit der
künstlerischen Moderne geben würde. In seiner Bewunderung für Marinetti
wurde deutlich, wie gerne Intellektuelle und Künstler in Deutschland
Faschisten geblieben wären - wenn die Nazis es nur gestattet hätten.
[x]
Derlei Sorgen haben heutige Künstler wohl weniger.
Thursday, February 19. 2009
"Nimmt man von den Hoffnungen einer Vernunftphilosophie Abschied, geht es statt dessen
darum, sich auf die Vielzahl der Beobachtungsperspektiven einzulassen und zu studieren,
mithilfe welcher Unterscheidungen sich diese Beobachter voneinander unterscheiden und
untereinander zu ihrem Nutzen und zu ihrem Schaden vernetzen. Kompliziert ist dies nicht
zuletzt deswegen, weil als Beobachter nicht nur Menschen, sondern auch soziale Systeme, und
zunehmend nicht nur soziale Systeme, sondern auch organische und künstliche Systeme in
Frage kommen. Wir haben es mit Parasitenketten zu tun, in denen jeder Wirt seinerseits darauf
angewiesen ist, eine Nische zu finden, in der er sich einnisten kann."
[dirk baecker]
Thursday, February 19. 2009
eine flasche frischen wassers
Thursday, February 9. 2006
Unentbehrlich für Ihren digitalen Lebensstil.
[werbeblatt eines großen discounters.]
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lebensstil werbung
Wednesday, February 8. 2006
Globalisierung? Morgen läuft eine andere Sau durchs Dorf. Das kenne ich noch aus der Zeit vom Kabarett. Nato-Doppelbeschluss. Robben. Waldsterben. Mururoa-Atoll. Brent-Spar-Bohrinsel - kippt oder kippt nicht? Das Pils braucht immer noch sieben Minuten. [...]
Wenn ich jetzt bei den Grünen in eine Pressekonferenz reingucke, das sieht aus wie bei mir, als ich als Kabarettist angefangen [...]
Globalisierung? Morgen läuft eine andere Sau durchs Dorf. Das kenne ich noch aus der Zeit vom Kabarett. Nato-Doppelbeschluss. Robben. Waldsterben. Mururoa-Atoll. Brent-Spar-Bohrinsel - kippt oder kippt nicht? Das Pils braucht immer noch sieben Minuten. [...]
Wenn ich jetzt bei den Grünen in eine Pressekonferenz reingucke, das sieht aus wie bei mir, als ich als Kabarettist angefangen habe: es ist für vierzig Leute bestuhlt und achtzehn sind da. Und davon sind noch fünf Verwandte. Eine Partei, die die Gletscher bremsen sollte - und jetzt ist die gar nicht mehr vorhanden. So schnell kann es in unserer wunderbaren Medienlandschaft gehen.
[harald s.]
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globalisierung medienlandschaft
Tuesday, February 7. 2006
Wir wollen versuchen, unsere Landsleute für jenes unbefangene Vertrauen in ihre Muttersprache zu gewinnen, wie es Engländern und Franzosen, Spaniern und Italienern selbstverständlich ist.
Als Beitrag dazu werden wir von nun an jeden Monat drei Vorschläge machen oder erbitten, welche griffigen und treffenden deutschen Wörter an die Stelle englischer Wörter treten können, wenn die überflüssig, hässlich [...]
Wir wollen versuchen, unsere Landsleute für jenes unbefangene Vertrauen in ihre Muttersprache zu gewinnen, wie es Engländern und Franzosen, Spaniern und Italienern selbstverständlich ist.
Als Beitrag dazu werden wir von nun an jeden Monat drei Vorschläge machen oder erbitten, welche griffigen und treffenden deutschen Wörter an die Stelle englischer Wörter treten können, wenn die überflüssig, hässlich oder nicht allgemein verständlich sind.
also schnell auf die startsteite gewechselt und die wörter des monats vom anglomanen gewand gesäubert - der rückzähler läuft.
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anglizismen deutsche sprache
Monday, February 6. 2006
Gesellschaften, die nicht zwischen religiöser Kommunikation, Kunst und Karikaturen unterscheiden können befinden sich immer noch in der Vormoderne, soziologisch beobachtet. Paradoxerweise wird die Errungenschaft, gerade jenes Unterscheidungsvermögen entwickelt zu haben, hier wie dort gern als Entfremdung beschrieben.
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Entfremdung Karikaturenstreit Vormoderne
Friday, February 3. 2006
es wird langsam zeit dass das verletzen ästhetischer gefühle genauso sanktioniert wird wie dasjenige religiöser provenienz.
[via feuilletonboulevard]
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karikaturen religion ästhetik
Friday, February 3. 2006
es wird langsam zeit dass das verletzen ästhetischer gefühle genauso sanktioniert wird wie dasjenige religiöser provenienz.
[via feuilletonboulevard]
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karikaturen religion ästhetik
Wednesday, February 1. 2006
blogger sind schon lästig. mit ihren unaufhörlichen kommunikationsofferten verstopfen sie zunehmen das weltweite internet, das ja eigentlich dafür da ist, markige marketingbotschaften tofter topfirmen zu verbreiten. klar, dass sich supermodelväter, gerichte, firmen, werbestars und abmahner ihrer in nicht ganz so wohlgesonnener weise annehmen. so wurde jüngst der autor des boingboingblogs gar mit dem fbi bedroht, [...]
blogger sind schon lästig. mit ihren unaufhörlichen kommunikationsofferten verstopfen sie zunehmen das weltweite internet, das ja eigentlich dafür da ist, markige marketingbotschaften tofter topfirmen zu verbreiten. klar, dass sich supermodelväter, gerichte, firmen, werbestars und abmahner ihrer in nicht ganz so wohlgesonnener weise annehmen. so wurde jüngst der autor des boingboingblogs gar mit dem fbi bedroht, da er sich kritisch und in belästigender weise über den in der tat lästigen kopierschutz starforce beschwert hat. gut dass in amerika maulkörbe weniger leicht zu verschreiben sind als im land der richter und denker. denn hier würde vermutlich schon die andeutung dass es eine möglichkeit der umgehung besagten kopierschutzes gibt mit monetär unterfüttertem schweigegebot belegt.
[via heise]
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blogger kopierschutz starforce zensur
Wednesday, February 1. 2006
Tuesday, January 31. 2006
Tuesday, January 31. 2006
Monday, January 30. 2006
Filme müssen einen Nerv treffen. Je schmerzhafter die Wunde ist, um so mehr werden sich die Leute auch dafür und dagegen entscheiden. Und das ist es schon, was ich als Filmemacher will, denn das ist auch das, was ich selber will, wenn ich ins Kino gehe. Der Film, der mich in meinem Leben am meisten [...]
Filme müssen einen Nerv treffen. Je schmerzhafter die Wunde ist, um so mehr werden sich die Leute auch dafür und dagegen entscheiden. Und das ist es schon, was ich als Filmemacher will, denn das ist auch das, was ich selber will, wenn ich ins Kino gehe. Der Film, der mich in meinem Leben am meisten weitergebracht hat, war seinerzeit Pasolinis "Saló´ oder die 120 Tage von Sodom". Der Film hat mich völlig fertig gemacht. Er zeigt Gewalt als das, was sie wirklich ist: Leiden der Opfer. Damals habe ich mich ununterbrochen gefragt: Halte ich das noch aus? In einer Gesellschaft wie der unserigen kann man Kino oder dramatische Kunst im weitesten Sinn nur so machen. Man kann sie nicht konsensuell machen. Dann ist man dumm. Oder feig, oder zynisch.
[Michael Haneke]
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kino kunst michael haneke ästhetik